7 Schritte zur Digitalisierung - 2. Schritt

on 03 April 2019

7 Schritte zur Digitalisierung

2. Schritt - Ausgangssituation klären

Um es einmal bildlich auszudrücken: Wenn ich nach Berlin zum Brandenburger Tor möchte, sollte ich zuerst einmal wissen, wo ich gerade bin. Immerhin macht es einen großen Unterschied, ob ich gerade in Dresden in meinem Büro sitze, bei Geschäftspartnern in Leipzig oder bei Kunden in Berlin-Mitte bin. Als nächstes kann ich mir überlegen, wie ich von da aus zum Ziel gelangen will. Vielleicht gönne ich mir die 1.Klasse-Bahnfahrt oder ich kann nur preiswert mit dem Bus fahren. Oder ich verzichte auf die Reise und schaue mir das Brandenburger Tor nur über eine Webcam an…

Das Gleiche gilt auch für die digitale Transformation in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft.

Erst wenn Sie die Ausgangssituation in Ihrer Organisation kennen, können Sie über die nächsten Schritte entscheiden.

Fangen Sie bei der vergleichsweise einfachen Frage an, welche IT-Infrastruktur in Ihrem Unternehmen besteht.

So manche Organisation hat sich schon für eine tolle webbasierte Softwarelösung entschieden, nur um festzustellen, dass der verfügbare Internetanschluss eher einem Gartenschlauch als einem Kanal glich. Auch sind Mitarbeiter von der digitalen Zukunft nur schwer zu begeistern, wenn schon das Öffnen einer Standardanwendung gefühlte Ewigkeiten dauert.

Gestandene Organisationen haben oft über die Jahre einen beeindruckenden „Wildwuchs“ an Hard- und Software angesammelt. Aus damals guten Gründen und mit viel Engagement haben einzelne Fachbereiche gut funktionierende Insellösungen für den individuellen Bedarf geschaffen, die aber leider keine Schnittstellen zu anderen Anwendungen besitzen.

Die meisten Organisationen stellen einmal im Jahr einen Haushaltplan auf. Das wäre doch eine gute Gelegenheit, neben der Kostenkalkulation gleich eine Übersicht der Kauf- und Mietsoftware, Lizenzen und IT-Dienstleistungsverträge zu erstellen. Denken Sie bitte auch an vernetzte und übers Internet erreichbare Systeme wie Drucker, Heizung, Sicherheitssystem etc.

Welche internen Kommunikationsmittel benutzen Sie - Intranet, E-Mail, Brieftaube…? Welche „heimlichen“ Anwendungen nutzen Ihre Mitarbeitenden - WhatsApp, Dropbox, Google Drive, Trello …? Wie kommunizieren Sie nach außen - FAX, E-Mail, Facebook, Website, Newsletter, Onlineberatung…?

Fragen Sie sich als nächstes, wie die Menschen in Ihrem Unternehmen auf die Digitalisierung vorbereitet sind.

Oft reicht die Bandbreite der Begeisterung in der Mitarbeiterschaft von technikfeindlich bis zu höchst technikaffin. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Alters oder des Berufsabschlusses. In der Vergangenheit haben einfach andere Fertigkeiten eine größere Rolle gespielt. Doch jetzt benötigen Ihre Mitarbeitenden zunehmend auch noch andere Kompetenzen. Sind digitale Fertigkeiten vielleicht bereits Bestandteil Ihrer Personalauswahl und gezielten Weiterbildung?

Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft sind es gewohnt, ihre Mitarbeitenden für ihre soziale Mission zu begeistern und bei gesellschaftlichen Themen mitzunehmen. Doch diskutieren Sie in Ihrer Organisation auch über das Thema Digitalisierung und deren Auswirkungen auf das Unternehmen oder vermeiden Sie es lieber?

Ein weiteres Hemmnis ist die interne Ansiedlung der Digitalisierungsverantwortung bei der IT-Abteilung statt in der Chefetage. Digitalisierung ist jedoch ein strategisches Thema. Die Führungsspitze ist für die Richtungsgebung und Entscheidung verantwortlich, die IT-Abteilung berät und setzt um.

Was erwarten Sie an digital leadership von Ihren Führungskräften? Überlassen Sie es den Einzelnen oder haben Sie eine klar formulierte Erwartungshaltung? Sicherlich kennen wir alle Leiter, die brillant auf ihrem Gebiet sind, aber sich vehement gegen (digitalen) Wandel sträuben.

Für eine Führungskraft ist es jedoch extrem wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen. Damit meine ich nicht, dass wir alle zum IT-Experten mutieren sollen. Sie können sich aber persönlich mit Digitalisierung beschäftigen und dann, wenn es fachlich wird, Unterstützung holen. Nur wenn Sie selbst gut informiert und grundsätzlich positiv gegenüber der Digitalisierung eingestellt sind, können Sie auch Ihren Mitarbeitenden die Möglichkeiten der Digitalisierung positiv kommunizieren und sie auf die Reise mitnehmen.

Und zum Schluss zur oft schwierigsten Frage: Kennen Sie - wirklich - Ihr aktuelles Geschäftsmodell?

Digitale Transformation geht noch einen Schritt weiter als nur Digitalisierung. Aus „höhere Effizienz erreichen“ wird „es völlig anders machen“. Die sozialen StartUps machen es vor. Sie halten sich nicht an herkömmliche Regeln und denken neu.

Sicher muss nicht überall die Welt neu erfunden werden. Doch wohin die Digitalisierung noch führen wird, wissen wir alle nicht. Also nutzen Sie doch diese Bestandsaufnahme, um sich noch einmal mit Ihrem Geschäft zu beschäftigen: Was genau macht Ihre Leistung so wertvoll und wie wird sie erbracht? Kennen Sie Ihre Kunden und deren Wünsche gut genug? Wie gestalten Sie Ihre Kundenbeziehungen und wie laufen die analogen und digitalen Prozesse in Ihrem Unternehmen ab?
Nur wenn Sie Ihr aktuelles Geschäft verstehen, können Sie Überlegungen über den zukünftigen Einfluss und die Möglichkeiten der Digitalisierung anstellen, von der Einführung neuer Geschäftsmodelle ganz zu schweigen.

Sie kennen jetzt Ihre Ausgangslage? Gut, dann folgt der dritte Schritt - Strategie wählen. Dazu mehr im nächsten Blog.

 

Sie haben Großes vor und Interesse an meiner Unterstützung? Ich biete Ihnen eine kostenfreie Konsultation bei mir im Büro oder am Telefon an. Bitte kontaktieren Sie mich für eine Terminvereinbarung.

Ihre Claudia Hösel

   

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